Marktforschung für den öffentlichen Sektor

Grundlagen-Studie im Bereich Public Health/Ethnic Research

Im Rahmen eines vom Bundesministerium  für Gesundheit geförderten Forschungsprojektes zum Impfverhalten von Jugendlichen wurden deutliche Defizite in den Impfquoten sowohl bei Jugendlichen mit als auch ohne Migrationshintergrund verzeichnet. Eine explorative GIM-Grundlagenstudie im Auftrag einer öffentlichen Einrichtung für anwendungs- und maßnahmenorientierte biomedizinische Forschung und Krankheitsprävention liefert ein tieferes Verständnis des Vorsorge- und Impfverhaltens bei Jugendlichen und Müttern mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft sowie Ansatzpunkte, um daraus geeignete Interventionsmaßnahmen abzuleiten.

Die Aufgabe

Die Lösung

Der Erfolg

Die Aufgabe

Zu untersuchen waren generelle und spezielle Barrieren hinsichtlich Vorsorge- und Impfthemen bei Jugendlichen sowie das Vorsorge- und Impfverhalten im Kontext familiärer Entscheidungsprozesse und Besonderheiten verschiedener Subgruppen (Unterschiede in der Zuwanderungsgeschichte sowie sprachlicher, kultureller und religiöser Merkmale). Statistiken boten hier nur einen begrenzten analytischen Zugang, was eine getrennte Exploration und Analyse der einzelnen ethnischen Zielgruppen notwendig machte.

Die Lösung

Um die grundsätzliche Impfbereitschaft und mögliche Entscheidungsprozesse in diesen Gruppen besser zu verstehen, wurden qualitative Fokusgruppen mit Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 durchgeführt (jeweils getrennt nach Geschlecht sowie Migrationshintergrund). Ergänzend wurden niedergelassene, impfende ÄrztInnen aus Stadtteilen mit hohem Bevölkerungsanteil an Personen mit Migrationshintergrund sowie Mütter mit Migrationshintergrund befragt, um deren Experten-Perspektive in die Erkenntnisse zu integrieren.

Angesichts der großen Vielfalt in Deutschland lebender ethnischer Zielgruppen, entschied die GIM gemeinsam mit dem Kunden auf drei der zahlenmäßig am stärksten vertretenen Bevölkerungsgruppen zu fokussieren: Türkisch-, Arabisch- sowie Russischstämmige, die entweder nicht in Deutschland geboren oder aber mit mindestens einem nicht in Deutschland geborenen Elternteil aufgewachsen sind.

Inhaltlich exploriert wurden in der Studie Entscheidungsprozesse bezüglich Impfungen – eingebettet in den familiären sowie soziokulturellen Kontext. Neben Einstellungen, Treibern und Barrieren sowie Wissen im Hinblick auf Impfen allgemein und die wichtigsten Impfungen im Speziellen, wurden auch die damit eng verknüpften Themen „Gesundheit und Vorsorge“, „Arztkontakte“ und „Jugenduntersuchungen“ näher beleuchtet. Darüber hinaus diskutierten die GIM-Forscher in allen Teilgruppen (Jugendliche, Mütter, Ärzte) Möglichkeiten bzw. Notwendigkeiten einer kultursensiblen Ansprache speziell von Jugendlichen und Eltern mit Migrationshintergrund.

Der Erfolg

Die Studie lieferte dem Auftraggeber tiefe Einblicke in die Besonderheiten der unterschiedlichen Zielgruppen und ihre jeweilige Einstellung und den Umgang mit Vorsorge- und Impfthemen. Insbesondere kulturspezifische Rollenbilder, Wahrnehmung von Gesundheit, Krankheit und Arztkontakten sowie der Verantwortlichkeiten bzw. Verantwortungsdelegation generierten neben wertvollen Learnings zur Zielgruppe auch Ansatzpunkte für Interventionsmöglichkeiten. Sowohl migrationsbedingte Faktoren und Zugangswege als auch relevante Perspektiven der Jugendlichen, Mütter und impfenden Ärzte konnten erarbeitet und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt werden.

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