Die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) ist seit über 25 Jahren das zentrale Seismographen-Instrument für die Mediennutzung von Jugendlichen in Deutschland. GIM erforscht sie im Auftrag des mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) – die aktuelle Ausgabe 2025 zeigt eine Generation im Wandel.
Kurz und knapp: Kern-Ergebnisse der JIM 2025:
Smartphone = Steuerzentrale: 97 % der Jugendlichen besitzen ein Smartphone – und nutzen es für alle medialen und sozialen Aktivitäten.
KI ist Alltag: 84 % verwenden Tools wie ChatGPT – primär zur Unterstützung beim Lernen, zur Recherche und für kreative Aufgaben.
Medienmüdigkeit nimmt zu: Rund 74 % empfinden digitale Mediennutzung als belastend – Symptome: Stress, Schlafprobleme, Überforderung.
Klassische Medien bleiben stabil: TV und Radio verlieren an Exklusivität, behalten aber eine Funktion als Hintergrundmedium mit Vertrauen.
Ableitungen für Marken, Medien & Bildung:
- KI muss aktiv integriert werden – als Thema und Tool.
- Kommunikationsangebote müssen nicht nur funktionieren, sondern auch entlasten.
- Vertrauen und Relevanz schlagen Reichweite – besonders bei der GenZ.
Seit vielen Jahren führt die GIM im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) durch. Für uns als Institut ist diese kontinuierliche Zusammenarbeit weit mehr als ein Forschungsauftrag: Sie ist ein Beitrag zu einem gesellschaftlich hochrelevanten Thema, das seit über 25 Jahren entscheidend dafür ist, wie Medienpädagogik, Bildungseinrichtungen, Medienhäuser und Politik den Medienalltag junger Menschen verstehen und begleiten. Die JIM-Studie bietet seit 1998 eine der verlässlichsten empirischen Grundlagen zur Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland – methodisch konsistent, wissenschaftlich fundiert und über Jahrzehnte hinweg vergleichbar.
Über diesen langen Zeitraum hinweg haben wir bei der GIM eine umfassende Expertise aufgebaut: von der zielgruppenspezifischen Erhebungslogik über die methodische Weiterentwicklung der Studie bis hin zur präzisen Interpretation medialer und kultureller Trends. Die JIM-Ergebnisse fließen heute regelmäßig in Entscheidungsprozesse zahlreicher Akteure ein – von Medienhäusern über Bildungsinstitutionen bis zur Medienpolitik.
Ein Medienalltag im Umbruch: Ergebnisse der letzten drei Jahre
Die jüngsten Erhebungsjahre zeigen, wie stark sich der Medienalltag Jugendlicher erneut verändert. Zwischen 2023 und 2025 beobachten wir einen deutlichen Shift hin zu noch stärkerer Smartphone-Zentrierung, der verstärkten Nutzung von KI-Anwendungen im schulischen und privaten Kontext sowie der wachsenden Bedeutung sozialer Medien als Nachrichtenquelle. Gleichzeitig nimmt die Konfrontation mit problematischen Inhalten zu – und viele Jugendliche erleben eine ambivalente Beziehung zur eigenen Mediennutzung.
Ambivalenz zwischen Abhängigkeit und bewusster Distanz
Ein zentrales Motiv der letzten JIM-Jahre ist die reflektierte Ambivalenz der Jugendlichen. Bereits 2023 gab mehr als die Hälfte an, dass sie Zeit ohne Smartphone und Internet bewusst genießen – trotz weiterhin hoher Nutzungszeiten. 2024 steigt dieser Wert auf 59 %, während gleichzeitig zwei Drittel beklagen, zu viel Zeit am Handy zu verbringen. 2025 schließlich wird das Spannungsfeld noch deutlicher: Das Smartphone wird als unverzichtbar wahrgenommen, zugleich berichten viele Jugendliche von Stress, Müdigkeit und Kontrollverlust. Der Wunsch nach Unterstützung bei Medienregulierung und Medienkompetenz wächst spürbar.
Klassische Medien bleiben – aber etwas mehr als verlässlicher Begleiter im Hintergrund
Trotz des dominanten Stellenwerts digitaler Geräte verschwinden traditionelle Medien nicht. Fernsehen, Radio und Print bleiben Bestandteil des Medienrepertoires, dienen jedoch zunehmend als „Hintergrundrauschen“, während der aktive Medienalltag über Apps, Social Media und Streaming stattfindet. Gerade soziale Netzwerke übernehmen immer stärker die Rolle zentraler Nachrichten- und Orientierungsquellen – mit weitreichenden Implikationen für Informationsqualität, politische Bildung und die Entstehung von Desinformation.
Künstliche Intelligenz etabliert sich im Jugendalltag
Ein besonders dynamischer Trend ist der rasante Aufstieg von KI-Anwendungen. Was 2023 noch experimentell wirkte, hat sich binnen zwei Jahre zur festen Größe im Alltag Jugendlicher entwickelt. 2024 nutzen bereits 62 % KI-Tools wie ChatGPT, häufig für Schule und Hausaufgaben (65 %), zum Spaß (52 %) oder zur Informationssuche (43 %). 2025 folgt der Durchbruch: 84 % haben KI schon eingesetzt, 74 % sogar gezielt für schulische Zwecke und 70 % zur Recherche. Damit wird KI zum neuen Standardwerkzeug einer Generation, die selbstverständlich zwischen Suchmaschinen, Social Media und KI-Assistenz wechselt.
Quelle: JIM 2025, Angaben in Prozent, Nennung ab 3 Prozent, Basis: ChatGPT oder andere KI-Anwendung genutzt, n=1.089
Zunehmende digitale Belastungen
Parallel dazu steigt die Zahl der Risiko- und Belastungserfahrungen im Netz. Innerhalb von drei Jahren hat der Kontakt mit Fake News, Hassrede, extremistischen Inhalten und sexualisierter Belästigung kontinuierlich zugenommen. Dieser Befund ist nicht nur ein Warnsignal, sondern verdeutlicht die Dringlichkeit, Medienkompetenzförderung und Schutzmechanismen weiter zu stärken.
Quelle: JIM 2024, JIM 2025, Angaben in Prozent, Basis: alle Befragten
Fazit: Verlässliche Trenddaten in einer dynamischen Welt
Die JIM-Studie zeigt eindrücklich, wie schnell sich Medienkulturen junger Menschen verändern – und wie wichtig es ist, diese Entwicklungen kontinuierlich, methodisch sauber und mit langjähriger Expertise zu begleiten. Die GIM ist seit Jahrzehnten Teil dieser wichtigen Forschungsarbeit. Wir leisten unseren Beitrag, dass Medienanbieter, pädagogische Fachkräfte und politische Entscheidungsträger die Lebenswelt Jugendlicher verstehen und darauf eingehen können.
Bei weiteren Fragen zu relevanter Forschung, Beratung & Co. melden Sie sich gern bei mir.

Brigitte Bayer
Senior Research Director





