
Freiwilliges Engagement leistet einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zu einer lebendigen Demokratie. Ob im Sportverein, im Umwelt- und Klimaschutz, in sozialen Projekten oder der Nachbarschaftshilfe – Millionen Menschen übernehmen Verantwortung, bringen ihre Erfahrungen und Ideen ein und tragen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen bei.
Wie bedeutend das Ehrenamt in Deutschland ist, zeigen aktuelle Zahlen: Laut dem Deutschen Freiwilligensurvey 2024 engagieren sich rund 27 Millionen Menschen freiwillig, das sind 37 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Gegenüber 2019 (39,7 Prozent) ist die Engagementquote leicht zurückgegangen, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Besonders aktiv sind die 14 bis 29-Jährigen und die 30 bis 49-Jährigen mit jeweils rund 40 Prozent. Aber auch unter den 65- bis 74-Jährigen engagieren sich knapp 37 Prozent. Frauen (36,4 Prozent) und Männer (37,0 Prozent) sind dabei nahezu gleich häufig freiwillig aktiv. Hinzu kommen rund 657.000 zivilgesellschaftliche Organisationen, die laut ZiviZ-Survey 2023 das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten.
Wie digital ist das Ehrenamt heute?
Auch das Ehrenamt verändert sich durch die Digitalisierung. Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit. Doch wie stark sind sie bereits im Engagement-Alltag verankert? Welche Vorteile erleben Ehrenamtliche und wo bestehen weiterhin Hürden?
Antworten auf diese Fragen liefert die repräsentative Studie „Digital dabei: Wie Ehrenamtliche die Digitalisierung (er)leben“ des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT). Sie untersucht, wie digitale Technologien im Ehrenamt eingesetzt und von den Engagierten wahrgenommen werden. Damit schafft sie eine wichtige empirische Grundlage, um Chancen und Unterstützungsbedarfe besser zu verstehen.
Digitalisierung bietet Chancen – stellt aber auch Anforderungen
Die Ergebnisse der repräsentativen ÖFIT-Befragung zeigen, wie digitale Technologien das Ehrenamt bereits heute prägen:
Digitale Technologien sind weit verbreitet: Mehr als 75 Prozent der Engagierten nutzen bereits digitale Anwendungen – von Messenger-Diensten bis hin zu Künstlicher Intelligenz.
Digitalisierung erleichtert den Engagementalltag: Viele Ehrenamtliche erleben digitale Technologien als Bereicherung, insbesondere für die Kommunikation, die Organisation ihrer Tätigkeiten und die Sichtbarkeit ihres Engagements.
Nicht alle profitieren gleichermaßen: Neben den Chancen nehmen Engagierte weiterhin Hürden wahr. Unterschiedliche Voraussetzungen und Unterstützungsbedarfe machen deutlich, dass Digitalisierung zielgruppengerecht gestaltet werden muss.
Die Studie liefert damit wichtige Erkenntnisse darüber, wie Digitalisierung im Ehrenamt erlebt wird und wo Potenziale für deren Weiterentwicklung liegen.
Die Ergebnisse verdeutlichen: Digitale Technologien können freiwilliges Engagement auf vielfältige Weise unterstützen. Entscheidend ist, dass ihre Möglichkeiten möglichst vielen Engagierten zugutekommen.

Alexandra Wachenfeld-Schell
Corporate Director,
Head of Public & Media Research
Wiesbaden





