GIM Corona-FAQs

Research in Zeiten von Corona: Vieles ist möglich!

 

Die Corona-Pandemie stellt auch die Research Branche vor große Herausforderungen. Viele offene Fragen und Unsicherheiten prägen aktuell unser Business. Dabei ist insbesondere Face-to-Face Forschung derzeit schwierig. Aber es gibt methodische Alternativen und damit Chancen und Potenziale. So können wir beispielsweise seit Mai wieder persönliche qualitative Forschungsprojekte durchführen.

Ihre GIM ForschungsexpertInnen haben einen kompakten FAQ-Report erstellt, der Ihnen aufzeigt, wie Sie trotz Corona weiterhin validen Research betreiben können. Basis hierfür sind unsere konkreten Erfahrungen aus Projekten der letzten Wochen. Unser Fazit: Die Forschungswelt dreht sich weiter, es existieren kreative Möglichkeiten, um auch in dieser ungewohnten Phase nutzenbringend zu forschen.

Insgesamt konnten wir beobachten, dass im B2C- und insbesondere im B2B-Bereich auch in den Zeiten der Krise valide Antworten erwartet werden können. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten das wir im Gespräch mit unseren Kunden jeweils spezifisch klären. Einige Watch-outs hierzu:

Die Validität der Ergebnisse ist stark vom Thema abhängig. Allgemeine Fragestellungen, die keinen direkten Bezug zur Corona-Situation und deren direkten Konsequenzen haben, scheinen uns nach wie vor möglich. GesprächspartnerInnen können sich sehr gut auf diese Themen einlassen, ohne durch die aktuelle Situation „gebiased“ zu werden. Hierbei kommt es stark auf das passende Framing an, also auf den Rahmen, der im Interview oder im Gruppen-Chat zugrunde gelegt wird.

Ein Beispiel für einen solchen Rahmen ist die Retrospektion. In der Regel können sich TeilnehmerInnen gut in ihr Verhalten vor den Einschränkungen der Corona-Pandemie hineinversetzen und retrospektiv antworten. Die Studienleitung muss jedoch die TeilnehmerInnen angemessen für eine retrospektive Forschung sensibilisieren und im Blick behalten, dass die aktuelle Situation nicht Teil der Diskussion wird. Das lässt sich vor allem in der qualitativen Forschung gut realisieren. Framing funktioniert aber auch in quantitativen Befragungen, wie GIM-Grundlagenstudien aus der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben. Themen, die in direkterem Zusammenhang zur Krise und deren Auswirkungen stehen (man denke z.B. an Versorgungsfragen), laufen hingegen Gefahr, verzerrt zu werden.

In manchen Studienarten hingegen – insbes. Trackings – ist es gerade gewollt, den Effekt der gegenwärtigen Situation messen und verstehen zu können. Hier erweist sich beispielsweise die Robustheit eines Markenimages oder eines Zielgruppenprofils. Daher sind die Erhebungen auch und insbesondere dann valide, wenn sie den Effekt der gegenwärtigen Situation in den Antworten abbilden.

Grundsätzlich zeigt unsere Erfahrung der letzten Wochen, dass sowohl die Teilnahmebereitschaft und die Antwortqualitäten in diesen Zeiten besonders hoch sind. Die Menschen sprechen gerne über andere Themen und lassen sich daher auf Interviews ein, wenn diese aufrichtig und mit dem notwendigen Maß an Empathie geführt werden.

Seit Mai ist teilweise eine Rückkehr zur qualitativen Face-to-Face Forschung möglich. Hierzu haben wir mit dem Teststudio Quotapoint GmbH Pilotinterviews in "Corona-präparierten" Räumlichkeiten durchgeführt. Das Ergebnis: Trotz umfassender Sicherheits- und Hygienemaßnahmen scheinen IDIs nahezu ohne verzerrende Effekte realisierbar. 

Um Fokusgruppen durchzuführen, liegen die Hürden aufgrund der umfassenden Sicherheitsvorkehrungen und Vorab-Briefings höher. Die Realisierbarkeit muss im Einzelfall besprochen werden.

Als Alternative zu F2F-Erhebungen bieten sich verschiedene „Remote“-Lösungen an. Diese haben wir bereits in zahlreichen Studien erfolgreich eingesetzt (natürlich auch schon vor der Krise) und können daher auf eine breite Erfahrung zurückgreifen, um die Validität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu sichern.

Die GIM kann auf das komplette Portfolio von Remote-Lösungen zurückgreifen – also auf die Kanäle Telefon und Online. Beide Kanäle erlauben ein breites Spektrum an qualitativen und quantitativen Datenerhebungen:

Qualitative Forschung:

  • Mit der qualitativen Online-Plattform GIM Connect bilden wir die Welt der qualitativen Forschung im Digitalen ab. Durch die Möglichkeit der Beobachtung bzw. des Monitorings der Interviews/Chats durch die Kunden bleibt unsere Forschung weiterhin transparent. Mit GIM Connect können unter anderem Einzelinterviews, Gruppendiskussionen, Forums-Diskussionen, Online-Research Communities und Online-Diaries durchgeführt werden. Qualitative, kreative Methoden, visueller und auditiver Stimuli, explizite und implizite Methoden können zudem einbezogen werden. Im Interview mit den GIM Connect ExpertInnen erfahren Sie mehr zur qualitativen Online-Forschung der GIM!

  • Skype-/Web-Video-Interviews oder Gruppen-Chats auf dem direkten Wege (ohne den Weg über eine Plattform) als besonders pragmatische Lösung.

  • CATI to Web – klassische Telefoninterviews unter Einbeziehung unterschiedlicher Stimuli-Materialen über parallele Web-Kommunikation

  • Qualitative Telefoninterviews

Quantitative Forschung:

  • CATI

  • Online (Web und Mobile)

Grundsätzlich zeigt unsere Erfahrung der letzten Wochen, dass sowohl die Erreichbarkeit, die Teilnahmebereitschaft und die Antwortqualitäten in diesen Zeiten besonders hoch sind.  Dies gilt für sämtliche Kanäle, in besonders auffallendem Maße für Telefoninterviews.

Selbstverständlich bleiben andere Erhebungsmethoden (z.B. Social Media, Data Analytics) von der Krise unberührt. Sie sind vollumfänglich verfügbar.

Die GIM-Forschung hat großteils auf Homeoffice-Lösungen umgestellt unter strikter Beibehaltung der Sicherheitsstandards. Unsere IT-Infrastruktur ist schon immer auf größtmögliche Flexibilität ausgelegt. Unsere mobilen Arbeitsplätze entsprechen der ISO-Norm 20252 sowie der strengen TISAX-Sicherheitszertifizierung.

Grundsätzlich bieten sich hier alle telefonischen oder digitalen Kanäle an (s.o.). So können F2F In-Depth Interviews auf Webcam-IDIs umgestellt werden, die einfachste und pragmatischste Lösung. Sie ist in den letzten Jahren fast flächendeckend möglich geworden, da die Verbreitung von Webcams praktisch vollständig ist. Es können auch kleinere Webcam-Gruppendiskussionen pragmatisch über einfache Skype-Lösungen realisiert werden.

Selbstverständlich bieten wir aber auch umfänglichere Lösungen über Online-Research-Plattformen an. Dies ermöglicht den Kunden, die Datenerhebung unter Beachtung aller datenschutzrechtlichen Regelungen zu beobachten. GIM Connect bietet hierfür die unterschiedlichsten Lösungen, die je nach Fragestellung maßgeschneidert werden.

Auch mit Remote Moderationen haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt: Wenn es der Moderation nicht möglich ist, physisch präsent zu sein, es aber sinnvoll ist, dass ein Teilnehmer mit Materialien umgehen muss, kann per Videoschaltung moderiert werden. Dabei sitzt die Moderation „gefühlt“ mit den TeilnehmerInnen am Tisch. Auch TeilnehmerInnen gehen in der Regel recht natürlich mit dem „Bildschirm-Moderator“ um, da viele Menschen virtuelle/bildschirmbasierte Kommunikation per Computer, wie z.B. über Skype, gewöhnt sind. Aktuell ist diese Methode vor allem für Einzelgespräche geeignet, ggf. für Minigruppen. Unter allen Umständen muss dabei auf die Minimalabstände zwischen den physisch anwesenden TeilnehmerInnen geachtet werden (idealerweise n=1) und vor allem darauf, dass die Materialien wie auch das gesamte Setting desinfiziert bzw. entsprechend gereinigt sind.

Unsere aktuellen Erfahrungen zeigen, dass viele Zielgruppen aktuell sogar besser erreichbar sind als zu normalen Zeiten. Dies gilt sowohl für B2B als auch für B2C. Viele Menschen sind aktuell zu Hause bzw. im Homeoffice, einige suchen sogar nach Wegen, mögliche Langeweile zu mildern. Die Erreichbarkeit über Telefon und die Antwortbereitschaft sind signifikant erhöht, wie wir in unseren regelmäßigen repräsentativen Telefonumfragen messen konnten. Diese Situation ist auch für die Teilnahme an Onlinestudien eine Chance, da sich Möglichkeiten für längere „Konzentrationsfenster“ z.B. für eine Onlinebefragung, eine Diskussion oder eine Forumsteilnahme eröffnen. Ebenso können die eigenen „Vier Wände“ aktuell gut beforscht werden, z.B. mit Remote-Ethnographien.

Die Coronakrise generiert zudem auch neuen Forschungsbedarf, um die Auswirkungen der Krise zu verstehen und sich auf die hoffentlich kommende Rückkehr zur Normalität vorzubereiten: Welche Änderungen gibt es – kurz-, mittel- und vielleicht sogar langfristig – in den Werten und Einstellungen der Menschen, in ihren Wahrnehmungen von Marken, Produkten und Themen? Ändert sich die Gesellschaft, ändert sich der/die KonsumentIn oder MediennutzerIn? Welchen Einfluss hat die Coronakrise auf das Konsum- und Medienverhalten? Welche langfristigen Effekte zeigen sich? 

Grundsätzlich lässt sich diese Frage nur im Einzelfall beantworten. Es kommt dabei vor allem darauf an, ob man den Effekt der Krise „herausrechnen“ möchte, weil man annimmt, dass er nicht von Dauer sein wird, oder ob man gerade diesen Effekt erkennen und verstehen möchte.

Die Entscheidung für eine Forschung in dieser Zeit hängt also vom Thema und der Zielgruppe in Bezug auf das jeweilige Erkenntnisinteresse ab. Hier gibt es kein einfaches Rezept.

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Quotapoint haben wir die F2F-Forschungsarbeit im Mai wieder aufgenommen. Hierzu haben wir vorab gemeinsame Testinterviews in "Corona-präparierten" Räumlichkeiten durchgeführt. Dabei scheinen IDIs nahezu ohne verzerrende Effekte realisierbar: Die TeilnehmerInnen fühlten sich weder durch Plexiglaswände („Spuckschutz“) noch durch Einhaltung von Abstandsregeln gestört. Darüber hinaus ist die Motivation, an Interviews oder Diskussionen teilzunehmen, nach Wochen der Quarantäne sehr groß. Die Menschen freuen sich, wieder an „die Öffentlichkeit“ gehen zu können und dabei über Themen zu sprechen, die nichts mit der Pandemie zu tun haben.

Die Durchführung von Fokusgruppen ist dabei mit höheren Hürden verbunden, aber prinzipiell möglich. Auch aus Sicht der Probanden sind Gruppen bis zu fünf Personen mit entsprechendem Spuckschutz, Sicherheitsabständen und Einhaltung aller Hygienemaßnahmen denkbar (und konform mit den geltenden behördlichen Vorgaben). Die Realisierbarkeit muss im Einzelfall besprochen und entschieden werden.

Die Pandemie ist weltweit, dennoch kann man in vielen Ländern – wie auch in Deutschland – nach wie vor forschen, da viele Institute auf Remote-Lösungen umgestiegen sind und die Chance von Homeoffice wahrnehmen. Vor dem Hintergrund von Ausgangssperren in einigen Ländern, muss jedoch je nach aktueller Lage vor Ort entschieden werden. Aufgrund der Mobilität moderner Arbeitsplätze und der weitgehend digitalen oder telefonischen Kanäle ist eine Remote-Forschung jedoch meist möglich. In China entspannt sich die Situation und erlaubt in der Zwischenzeit wieder F2F-Forschung.

Bei bestimmten Berufsgruppen (z.B. Handwerkern und Ärzten) wirkt sich die Coronakrise negativ auf die Rekrutierung aus. Andererseits ist die Teilnahmebereitschaft von B2C Probanden zu vielen Themen aktuell verstärkt, da die Menschen mehr Zeit, mehr Bedarf nach Incentivierung und das Bedürfnis nach einem anderen inhaltlichen „Input“ verspüren.

Wir sind größtenteils auf Präsentationen über Skype oder Microsoft Teams übergegangen. Beide Kanäle bieten die Möglichkeit zur Onlinepräsentation und gemeinsamen Diskussion. Je nach Firewall-Bedingungen auf Kundenseite können wir auch andere Web-Plattformen (WebEx o.a.) nutzen.

Unser Fazit

Es gibt viele kreative Möglichkeiten um relevante Insights – auch in Zeiten von Corona – zu generieren. Dabei ist es aus unserer Sicht wichtig, in Kontakt zu bleiben und Forschungslösungen individuell und maßgeschneidert zu planen. Wir beraten Sie gerne zu Ihren Anliegen und Ihrem Forschungsbedarf.

Kontaktieren Sie unsere ForschungsexpertInnen, wir freuen uns über Ihre Nachricht:

Ansprechpartnerin CATI


Alexandra Wachenfeld-Schell
a.wachenfeld-schell@g-i-m.com
Phone: 0160-2910 699

Ansprechpartner Onlineforschung


Ron Degen
r.degen@g-i-m.com
Phone: 0162-2525937

Ansprechpartner Qualitative Forschung


Sebastian Maetje
s.maetje@g-i-m.com
Phone: 0162-2525919

Sie haben weitere Fragen zum Thema Research in Zeiten von Corona?

Dann schreiben Sie uns gerne über das untenstehende Kontaktformular.
Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.
 

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