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Eine Zukunft ohne Rauchen? Neuseelands großer Schritt

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2023
23. Januar 2023 | Sabrina Drexel
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ereits seit Jahrzehnten gilt Neuseeland als ein Vorreiter bezüglich Maßnahmen gegen das Rauchen: Rauchverbot in der Öffentlichkeit und hohe Besteuerung sind dabei nur zwei von vielen Instrumenten der Regierung. Im vorletzten Jahr trug das Wahlversprechen der neuseeländischen Labour-Partei, das Rauchen künftig illegal zu machen, sogar maßgeblich zum Wahlgewinn bei. Der „Smokefree 2025 Action Plan“ will ab 2022 eine rauchfreie Generation an jungen Erwachsenen heranziehen. Und das, obwohl mit circa acht Prozent bereits nur noch ein sehr geringer Teil der Bevölkerung raucht. Und doch: Im Dezember 2022 hat die neuseeländische Regierung nun endgültig das Gesetz zum Rauchverbot verabschiedet.

Rauchen in Neuseeland

Mit Ausnahme von Australien sind Zigaretten und Tabakwaren in Neuseeland weltweit am teuersten. Eine Schachtel Zigaretten kostet hier circa 23 (!) Euro. Das Mindestalter für den Zigarettenerwerb von 18 Jahren soll nun von Jahr zu Jahr erhöht werden. Das bedeutet: Kinder, die nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden, werden zeitlebens nie legal Zigaretten in Neuseeland erwerben können. Generell ist die neuseeländische Bevölkerung dem Rauchen gegenüber negativ eingestellt. Jährlich sinkt der Anteil der Rauchenden an der Gesamtbevölkerung. Bis 2025 soll das Land nun endlich komplett nikotinfrei werden.

Neuseelands Rauchzahlen sinken jährlich. Bis 2025 soll das Land nun nikotinfrei werden. (Bild: Pixabay/PeterFranz)

Ein neues Gesetz: Neuseelands rauchfreie Generation

Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil der täglich rauchenden Bevölkerung auf unter fünf Prozent zu senken und somit das erste rauchfreie Land der Welt zu werden. Das neue Gesetz beschränkt den Nikotingehalt von Zigaretten auf 0,8 Milligramm pro Gramm Tabak (bisher noch erlaubt: 15 Milligramm). Die neue Grenze soll also die Gefahr einer Suchtentwicklung durch Zigarettenkonsum weiter verringern. Des Weiteren wird die Zahl der Läden, in denen Zigaretten verkauft werden dürfen, von 8.000 zertifizierten Verkaufsstellen auf rund 500 beschränkt. Suchtberatungsstellen werden in Zukunft stärker subventioniert. Von den Beschränkungen nicht betroffen sind lediglich E-Zigaretten, die bereits einen deutlich reduzierten Nikotingehalt vorweisen können.

Tod durch Zigaretten

Trotz der relativ niedrigen Rauchendenzahlen: Rauchen zählt immer noch zu den häufigsten Todesursachen in der neuseeländischen Bevölkerung. Besonders stark betroffen sind die Māori, Neuseelands indigene Bevölkerung. Unter ihnen sind im Durchschnitt die Raucherzahlen dreimal so hoch wie in der restlichen Bevölkerung. Lungenkrebs zählt beispielsweise zu den häufigsten Todesursachen der Māori-Frauen. Neben gesundheitlichen Schäden für den Menschen (und damit auch Schäden für die lokale Volkswirtschaft), betrifft der Zigarettenabfall auch die Natur: Zigaretten verfallen zu schädlichem Mikroplastik und verschmutzen so die Umwelt.

Weggeworfene Zigaretten auf der Straße oder am Strand sind äußerst umweltschädlich. (Bild: Pixabay/Tom)

Künftig Zigarettenverbot auch in Deutschland?

Obwohl ein Zigarettenverbot bereits seit geraumer Zeit auch in Deutschland diskutiert wird, sind wir davon aktuell noch weit entfernt. Allerdings sollen auch bei uns künftig stärker Präventions-Maßnahmen ergriffen werden. Denn jährlich sterben mehr als 127.000 Deutsche an den Folgen ihres Tabakkonsums – das belastet neben den Einzelschicksalen auch unser Gesundheitswesen. Dabei ist der Anteil Rauchender an der hiesigen Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren sogar leicht gestiegen. Laut der repräsentativen Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) rauchen aktuell mehr als 36 Prozent der Deutschen. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) strebt anstatt absoluter Verbote eher an, Konsumierende tabakfreie Produkte anzubieten.

 

Headerbild: Pixabay/Myriams-Fotos

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