Eigentlich gibt es De-Influencing schon lange: Stiftung Warentest, Vergleichsportale, kritische Experten-Kolumnen zu Produkten, Services & Co. – alles Formen von „Kauf das besser gut geprüft“. Eher neu ist, wo und wie es passiert: mitten im Social Feed (etwa Instagram), von Creator:innen, denen Menschen täglich zuhören.
In einer Zeit knapper Budgets, wachsender Nachhaltigkeitsansprüche und KI-glattgebügelter Konsumwelten bekommt De-Influencing 2026 einen neuen Stellenwert: Nicht als Anti-Konsum-Bewegung – sondern als Filter für besseren Konsum. Es wird glaubwürdiger und weniger kommerziell wahrgenommen als klassische Influencer-Werbung. Marken, die das verstehen und berücksichtigen, können gewinnen. Marken, die es ignorieren, laufen Gefahr, öffentlich aussortiert zu werden.
Für Sie als Markenverantwortliche heißt das: De-Influencing ist kein Randphänomen, sondern ein sehr sichtbares Feedbacksystem zu beispielsweise Preis, Performance und Glaubwürdigkeit Ihrer Marke.
Was De-Influencing heute wirklich treibt
Hinter der aktuellen Stärke von De-Influencing stehen vor allem drei Dynamiken:
1. Budgetrealismus statt Kaufrausch
Haushalte wägen stärker ab. Fehlkäufe tun weh. Creator, die offen von Produkten abraten, fungieren als „Crowd-Warentest“ – gerade in überfüllten Kategorien wie Fashion, Beauty oder Food.
2. Vertrauen durch Negativselektion
Wer nur lobt, wirkt verdächtig. Wer auch ehrlich und gut begründet abrät, wirkt glaubwürdiger. Empfehlungen, die nach Kritik „übrig bleiben“, haben mehr Gewicht. De-Influencing etabliert so eine neue harte Währung: „Sag mir, wovon ich lieber die Finger lasse – dann glaube ich dir eher, was sich lohnt.“
3. Algorithmen belohnen Relevanz statt Glamour
„Don’t buy this“ ist nicht selten ein stärkerer Hook als das x-te „Must-have“. Konstruktiv-kritischer, beratender Content erzeugt mehr Kommentare, Widerspruch, Saves – und damit mehr Reichweite. Plattformen spielen aus, was Diskussion erzeugt.
De-Influencing ist damit nicht Anti-Marketing, sondern Marketing unter verschärften Realbedingungen.
Branchenblick: Medien und Fashion im De-Influencing-Stresstest
1. Medien & Streaming: Vom Werbekanal zur Beratungsbühne
Vor allem Streamingdienste und Social-Plattformen sind doppelt betroffen:
- Sie verkaufen Werberaum an Marken,
- und bieten gleichzeitig die Bühne für Creator, die diese Marken kritisch diskutieren.
Chancen entstehen dort, wo Sie:
- Review- und Erfahrungsformate ernst nehmen
Tech-, Beauty- oder Abo-Reviews funktionieren als niedrigschwellige Entscheidungshilfen im Feed – mit Alltagssprache, realen Nutzungssituationen und spontanen Reaktionen der Community. - Kritik systematisch auswerten
Wiederkehrende Aspekte zu Usability, Preis, Werbung oder Abo-Modellen lassen sich über Social Listening und begleitende Forschung strukturieren: Wo bricht Vertrauen? Wo stimmen Erwartung und Realität nicht? Wo passt der Media Entry Point nicht zur Nutzungssituation?
GIM unterstützt hier unter anderem mit Kombinationen etwa aus qualitativen Vertiefungen und Pre-/Post-Tests für Content- und Kampagnenstrategien – bevor aus De-Influencing ein öffentlicher Reputationsschaden mit Umsatzfolgen wird.
2. Fashion: „Quality over Quantity“ – aber bitte belegbar
In der Fashion-Welt ist De-Influencing längst Alltag:
- Creator prüfen sichtbar Nähte, Stoffe, Transparenz, Passform und Tragegefühl.
- Fast-Fashion-Ketten, aber auch Premium-Marken werden hart am Preis-Leistungs-Versprechen gemessen.
- Retourenerfahrungen („Wie verläuft der Umtausch wirklich?“) werden offen geteilt.
Marken, die hier bestehen, haben typischerweise drei Dinge gemeinsam:
- Klare, ehrliche Produktversprechen
Nicht „perfekt“, sondern konkret: Material, Pflegeanforderungen, Haltbarkeit, Anlass. - Transparenz statt Floskeln
Lieber ein nachvollziehbares Nachhaltigkeitsargument als fünf generische „conscious“-Claims. - Mut zur segmentierten Empfehlung
„Für wen ist dieses Produkt ideal – und für wen eher nicht?“
Genau diese Differenzierung macht Creator-Empfehlungen glaubwürdig – und reduziert Retouren wie Enttäuschungen.
Wo GIM ins Spiel kommt: Die richtigen Gesichter in einer kritischeren Öffentlichkeit
In einer KI-dynamisierten Welt, in der kritische Beratung immer mehr Reichweite sowie Bedeutung bekommt, reicht bloße Sichtbarkeit von Testimonials nicht mehr. Marken brauchen Gesichter, die zur Marke, zur Botschaft und zu unterschiedlichen Zielgruppen wirklich passen – auch dann, wenn offen nach Schwächen gefragt wird.
Genau hier setzt Fit2Faces der GIM an:
Fit2Faces bringt Marken und Testimonials zusammen.
Das Tool identifiziert datenbasiert die Personen, die zu Marke und Zielgruppen optimal passen – entlang von Dimensionen wie spontaner Sympathie („Bauch“) und wahrgenommener Kompetenz bzw. Glaubwürdigkeit („Kopf“).
Für Sie bedeutet das:
- Sie wählen nicht nur nach Reichweite,
- sondern sehen, wer Ihre Marke in welchen Umgebungen und Kontexten tatsächlich überzeugend trägt und stärkt.
Fit2Faces ist damit Prüf- und Baustein zugleich, um in einem auch kritischeren Umfeld die richtigen Botschafter:innen an Ihrer Seite zu haben.
Fazit: De-Influencing ist kein Gegner – sondern ein Stresstest für starke Marken
GIM unterstützt Sie dabei mit psychologisch fundierter Marken- und Kommunikationsforschung, Angeboten wie Fit2Faces zur Auswahl glaubwürdiger Testimonials und Forschungsdesigns, die De-Influencing-Signale früh sichtbar machen – bevor es teuer wird.
FAQ – De-Influencing, Creator-Strategie und GIM
Ist De-Influencing nur ein kurzfristiger Social-Media-Hype?
Nein. Die Mechanik dahinter – knappe Budgets, höherer Qualitätsanspruch, Misstrauen gegenüber Inszenierung – ist strukturell. De-Influencing ist die Social-Media-Form dessen, was früher Warentests, Foren oder Vergleichsberichte waren. Das Format kann sich ändern, das Bedürfnis dahinter bleibt.
Woran erkenne ich, dass meine Marke von De-Influencing betroffen ist?
Hinweise sind wiederkehrende Creator-Posts, die vom Kauf abraten, sich häufende Kritik in Kommentaren zu Preis-Leistung oder Qualität sowie wachsende Diskrepanz zwischen Kampagnenversprechen und Alltagserfahrung. Systematisches Social Listening plus begleitende Marktforschung helfen, Muster zu erkennen statt nur Einzelfälle.
Wie können Marken De-Influencing konstruktiv nutzen, statt nur zu reagieren?
Indem Sie De-Influencing als Frühwarnsystem begreifen: Kritikpunkte clustern, mit Service- und Retourendaten abgleichen, und daraus konsequent Maßnahmen für Produkt, User Experience, Claims und Service ableiten. Professionelle Marktforschung hilft, aus lautem Feedback tragfähige Learnings zu machen.
Wie unterstützt GIM konkret bei Influencer- und Testimonial-Strategien?
Mit Fit2Faces testet GIM anhand realer Zielgruppen, wie unterschiedliche Personen wahrgenommen werden: sympathisch, kompetent, glaubwürdig, passend zur Marke? So identifizieren Sie die Gesichter, die Ihre Marke in einer kritischeren, De-Influencing-geprägten Öffentlichkeit richtig repräsentieren – und nicht nur kurzfristig Reichweite liefern.
Möchten Sie wissen, welche Creator und Botschaften Ihre Marke in einer Welt von De-Influencing wirklich stark machen?
Dann sprechen Sie mit uns. Damit Ihre Marke auch dann überzeugt, wenn der Kontext mal kritischer ist. Dann sprechen Sie mit uns. Damit Ihre Marke auch dann überzeugt, wenn der Kontext mal kritischer ist.

Brigitte Bayer
Senior Research Director

Dr. Jörg Munkes
Managing Director
Heidelberg





